Startseite
Aktuelles
Agrarpolitik
Brief- & Stadttauben
Fundtierrecht
Geflügelhaltung
Gentechnik
Heimtiere
Jagd und Fischerei
Pferd, Schaf, Strauß
Schlachten
Schächten
Sodomie
Stierkampf
Strafverfolgung
Tierethik
Tierfang
Tierfabriken
Tierschutzunterricht
Tierschutzpolitik
Tiertransporte
Tierversuche
Verbandsklagerecht
Vogelgrippe
WTO
Zirkustiere
Zootiere
PAKT e.V.
Impressum

Ratten

 

Ein Tummelplatz für Ratten; instinktiver Ausdruck negativer Wertschätzung und Indikation der größtmöglichen  Schmutzansammlung in widerwärtigster Weise. Ausdruck infernalischen Hasses. Von Leuten, die Tierschutz selektiv oder garnicht wahrnehmen, etwa dem bundesdeutschen Fernsehen. Und  immer erneut von Leuten, die sich als unfähig erweisen, ihrer eigenen Wahrnehmung unbelastet zu vertrauen. Ratten sind mit die saubersten Säugetiere, die auf diesem Planeten vorhanden sind. Bar jeglichen Geruches essen sie weder Leichen, wie immer wieder wollüstig unterstellt, noch leben sie zufrieden inmitten von Schmutz, der ausschliesslich von Menschen angehäuft wird. Ratten sind die sozialsten Lebewesen unter uns und würden ihre Alten niemals in das Heim entsorgen, noch kämen sie auf die Idee, ihre eigene Welt zu zerstören. Sie sind hochintelligent, lern- und anpassungsbereit, freundlich, treu und tolerant, ausserordentlich dankbar für kleinste Aufmerksamkeiten. Versucht mal zu sehen, zu erkennen und zu verstehen. Und versucht mal, nicht die Hasskampagne der Tierversuchler zu unterstützen. Alles, was die Ratte wünscht, ist als Tier unter Tieren anerkannt und nicht verteufelt zu werden.

Kabel 1 strahlte eine bemerkenswerte Dokumentation über die Ratte, über ihre wissenschaftliche Erforschung implizit derer geistiger und körperlicher Fähigkeiten aus, die eher sparsam mit den üblichen Vorurteilen und Hass- und Hetzeindrücken gemäß der dem Fernsehen immanenten Ideologie untermalt wurde, was geradezu ein Novum darstellt. Erfrischend, dass einmal ein Tierversuchler das Versuchsobjekt Ratte eindringlich verteidigte und deren Vorzüge und Wahrheiten herausstellte, während der Sender sich bemühte, das sorgsam im Sinne der Tierversuchswissenschaft über Jahrzehnte  aufgebaute Ekelbild des Tieres nicht zu sehr beschädigen zu lassen und dieses mit von der Zuchtanstalt bereitwillig gelieferten Rattenhorden und der stets präsenten Kanalröhre, einschließlich der üblichen Hysterietante, die zwar nichts Gescheites zu sagen hatte, aber  ausgiebig zu Wort und Mime kommen durfte. Auch der Verweis, dass Ratten Schnupfen bekommen könnten, durfte freilich nicht fehlen. Und natürlich wurde der stereotype Arztbesuch angemahnt, im Falle eines Bisses. Die Argumente sprachen gegen den Sender. Aber ein Bild ersetzt tausend Worte und bleibt dauerhaft prägnant. Auf der relevanten Webseite wurde, wie nicht anders zu erwarten, auch sofort zu Gegenmaßnahmen gegriffen und dem Zuschauer die Vernichtung der Pest mit den aktuell modernsten Giften der Industrie nahegelegt. Dass der Ratte, als meistverbrauchtem Versuchsobjekt, nunmehr zumal mit Denk- und  Empfindungsvermögen, in ihrer Eigenschaft als Wohltäter des Menschen speziell von der tierversuchsgläubigen Presse Dank zu schulden wäre, kommt dieser nicht in den Sinn und wäre auch geschäftsschädigend.

Die Gründe liegen auf der Hand. Würde der Ratte die Publizität und Zuneigung des Hundes zuteil, wären Tierversuche im gegebenen Stil und Umfang in China möglich, nicht aber mehr hier. Insofern liegt das APE-Projekt, das die Versuche an Affen aufgrund deren Ähnlichkeit zum Menschen als ersten Schritt in der Eindämmung der ausufernden Tierversuche, speziell in der Grundlagenforschung, verbieten will, falsch. Der Affe liegt zu nahe am Menschen, als dass ein Versuchsverbot an diesem zu einer Übertragung auf die anderen Versuchstiere führen würde. Eine Identifizierung mit diesen bliebe aus. Der Schlüssel zur Eindämmung der Tierversuche aus ethischer Perspektive ist die Ratte als unterstes Wesen der Kaste, mit dem beliebig verfahren werden darf, bei bestem Gewissen. Im wohlverstandenen Interesse des Tierschutzes muss es mithin liegen, die Ratte zu einem liebenswerten und verständlichen Wesen umzustilisieren und in der Öffentlichkeit als solches zu präsentieren, um die Dummgläubigkeit ein wenig einzudämmen.

Bernd-Wolfgang Meyer

 

to Top of Page