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Lautloses Leiden

PAKT-Mitteilung vom 09.04.2003

 

Ein Krokodil in der Badewanne, die Schlange im Wäschekorb, Einzelhaltung von Papageien - um nur einige Beispiele für nicht artgerechte Haltung von Heimtieren zu nennen. Und das obwohl sie mit schätzungsweise mehr als 150 Millionen die zweitgrößte Tiergruppe nach den Nutztieren sind, die in der Bundesrepublik Deutschland in menschlicher Obhut leben. Ihr stilles Leiden fällt aber leider nur wenigen auf. Das war für den Politischen Arbeitskreis für Tierrechte - PAKT e. V. Grund genug, die Problematik der Heimtierhaltung bei der Fachtagung am 05. April 2003 in Düsseldorf zu thematisieren.

 

Während Hunde und Katzen sich dem Menschen noch relativ gut verständlich machen können, haben Reptilien, Amphibien, Fische, Wirbellose, Nager und Vögel hier meist keine Chance. Wenn ein Hund jault und weint, weil er sich allein gelassen fühlt, wird die Nachbarschaft alarmiert: Die einen sind genervt, die anderen leiden mit ihm und versuchen zu helfen. Wenn ein Papagei "spricht", so finden die meisten Zeitgenossen das possierlich und amüsant. Doch das fröhliche Geplapper ist ebenfalls ein Zeichen der Einsamkeit, denn der Papagei spricht nur, weil er einen Artgenossen vermisst. Auf diese Weise wird eine Vielzahl der in Deutschland gehaltenen Heimtiere missverstanden.

Auch Reptilien haben äußerst spezifische Anforderungen an ihren Lebensraum. Als wechselwarme Tiere benötigen sie enorme Mengen an Wärmezufuhr von außen. Außerdem können sie sich im Gegensatz zu Säugetieren schlecht oder gar nicht an eine ungewohnte Umgebung gewöhnen. Mindestens ebenso dramatisch ist das Schicksal der rund 80 Millionen in Deutschland lebenden Fische: Sie werden oftmals nach ästhetischen Kriterien wie Farbe und Größe ausgewählt anstatt danach, ob sie sich miteinander vertragen oder ob man den für ihre Haltung erforderlichen Lebensbedingungen gerecht werden kann. Derartige Informationen bleiben einer Vielzahl von Tierhaltern verborgen, weil sie schon beim Kauf falsch oder gar nicht informiert werden.

Um den Missständen in der Heimtierhaltung gerecht zu werden, wurden bei der PAKT-Tagung am vergangenen Samstag folgende Forderungen erarbeitet:

  • Um die Bedingungen bei Import und Handel, sowie bei Zucht und Haltung im Interesse des Tierschutzes zu verbessern, bedarf es eines Heimtierhaltungsgesetzes.
  • Es bedarf einer "Positivliste". Diese soll Aufschluss darüber geben, welche Tiere in Zukunft noch als Heimtiere gehalten werden dürfen. Dies bedeutet ein grundsätzliches Verbot für den Handel und die Haltung von Wildtierarten. Nur domestizierte Tierarten sind unter den entsprechenden Voraussetzungen für die Haltung in Privathaushalten geeignet.
  • Da die Bedingungen auf Tier-Börsen denen eines Flohmarktes gleichen und die Tiere dort meist unter katastrophalen Bedingungen von einem Laien an den nächsten verkauft werden, sollen diese grundsätzlich verboten werden.
  • Ein generelles Verbot sollte auch für die Herstellung von tierschutzwidrigem Zubehör eingeführt werden.

 

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